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„Wir lassen die Schule im Dorf“, so Frau Nicola Ciliax-Kindling, Fraktionsvorsitzende der CDU. Der Arbeitskreis Schule hat in vielen Sitzungen alle Aspekte der Grundschulsituation in Odenthal beleuchtet. Innerhalb der CDU Fraktion ist eine überwältigende Mehrheit überzeugt, dass eine Schule für jeden Ortsteil zukunftsfördernd und notwendig ist.

Frau Ulrike Langer, Fraktionsvorsitzende der SPD, ergänzt: „Wir sind seit jeher gegen eine Schließung einer Grundschule. Grundschulen sind die Kernstücke unserer Ortsteile und die Grundlage, um dem demographischen Wandel zu begegnen.“ Hierbei kritisiert sie insbesondere den viel zitierten Schulentwicklungsplans des zwar kostengünstigsten, aber sehr umstrittenen Anbieters biregio, der schon oft in der Kritik stand und sogar negative mediale Aufmerksamkeit erregte.

Marianne Thiemig, Fraktionsvorsitzende der BRO, ebenfalls erklärte Gegnerin einer Grundschulschließung, verweist auf die Ausführungen von Herrn Dr. Molitor im Ausschuss Planen und Bauen: „Wer dort zugehört hat, weiß dass entgegen aller Unkenrufe, Köln als Ballungsraum kaum noch Expansionsflächen hat und insbesondere der Rheinisch-Bergische Kreis hiervon profitieren wird.“ Wer hier einen Blick in die überfüllten Kindergärten und neugegründeten KITA-Gruppen wirft, weiß, dass sie Recht hat. Entgegen der Prognosen des umstrittenen Schulentwicklungsplanes sind die Kindergärten nicht leerer, sondern voller! Ein kritischer Blick in die Einwohnermeldeamtszahlen im Anhang des Schulentwicklungsplanes lies zwar bereits von Anfang an eine stabile Schülerzahl erahnen, aber diese explosionsartigen Zuwächse in den KITAs sind trotzdem überraschend und positiv zugleich.

Die Grundschule im Ort ist identitätsstiftend für jeden Ortsteil .Junge Familien brauchen in Odenthal in jedem Ortsteil ein verlässliches Grundschulangebot. Das Konzept des Landes heißt: „Vorfahrt für flexible Lösungen für Kommunen.“ Statt eine Schule zu schließen und dem Ortsteil den Motor zu nehmen, gibt es die Möglichkeit mit einer Verbundschule, alle Standorte zu erhalten. Dem folgen die Fraktionen der CDU, SPD und BRO mit ihrem Bekenntnis zum Grundschulverbund Neschen / Odenthal-Mitte.

 Die Grundschule in Odenthal Mitte wird Hauptsitz und die Grundschule Neschen, ein vom pädagogischen Konzept unabhängiger Nebenstandort. Geführt wird die Grundschule von einer gemeinsamen Leitung. Mit dieser Lösung wird verantwortungsbewusst eine konfessionell ungebundene Gemeinschaftsgrundschule in Neschen als Teilstandort der katholischen Grundschule in Odenthal erhalten. Zudem wird das Angebot der Offenen Ganztagsschule, das insbesondere die Berufstätigen unterstützt, erweitert. Nach dem ein Träger gefunden wurde, steht in Neschen ab dem Schuljahr 2016/17 dieses Angebot ebenfalls zur Verfügung. Der erfahrene Träger tritt mit einem ausgewogenen pädagogischen Konzept an und gewährleistet eine qualitativ hochwertige Betreuung und entlastet zugleich die Offenen Ganztagsschulen.

Oft werden die zu hohen Kosten für den Erhalt des Standortes von den Kritikern der Verbundlösung ins Feld geführt. Beträge von bis zu 3,1 Mio. Euro werden durch das Internet verbreitet- Hierzu Peter Merl, Fraktionsvorsitzender in der Doppelspitze der CDU: „Diesen Kosten stehen hohe Kosten für Ersatzbauten und Ausgaben für den Schülerspezialverkehr an den verbleibenden Schulstandorten bei einer Schulschließung in Neschen entgegen.“ Weiter führt er aus, dass hier mit Millionenbeträgen argumentiert wird, die in der Gemeinde investiv aufgebracht werden, so dass selbst bei den schlechtesten Rechnungen mit einer realen jährlichen Haushaltsmehrbelastung von 40-70.000 € zu rechnen ist. Thomas Renken, Ratsmitglied aus dem direkten Einzugsbereich der Gemeinschaftsgrundschule Neschen ergänzt: „ In alle Schulen mit Ausnahme von Neschen sind in den vergangenen Jahren große Beträge zur Instandhaltung und Verbesserung investiert worden. In Neschen ist seit dem Bau der Schule vor 40 Jahren so gut wie  nichts investiert worden. Das rächt sich natürlich jetzt.“

Die Angst vieler Eltern von anderen Standorten vor dem Verbund ist, dass Kinder aus Odenthal nach Neschen fahren müssten. Dies werden die Fraktionen von CDU, SPD und BRO durch die flexible Möglichkeit der Zügigkeiten, die jedes Jahr im Rat neu beschlossen werden müssen, zu verhindern wissen. Wird die Klasse in Odenthal Mitte so groß, dass sie Kinder an den Nebenstandort abgeben müsste, kann die Grundschule Odenthal Mitte zweizügig geführt und zwei kleinere Klassen am Hauptstandort gebildet werden.

„Die Gefahr einer zu kleinen Eingangsklasse in Neschen sehen wir nicht“, so Ulrike Langer von der SPD. Die Schule in Neschen verfehlt in den kommenden Jahren ihre Eigenständigkeit nur knapp. Hans Mettig von der BRO ergänzt: „Der Richtwert von 92 Schülern pro eigenständige Schule in NRW zählt bundesweit zu den Höchsten.“ In anderen Bundesländern liegt dieser Wert oft nur bei 60 Schülern, um kleine Schulen, die Kindern gute, wohnortnahe Beschulung ermöglichen, zu erhalten.

So wird für alle Eltern in Odenthal ein gutes, wohnortnahes Grundschulangebot gesichert und der Ortsteil in seiner Entwicklung nicht ausgebremst. Die drei Fraktionen CDU, SPD und BRO blicken weiter  in die Zukunft und wollen Odenthal mit allen Ortsteilen für junge Familien attraktiv halten und den Zuzug von Familien besonders fördern.

Die Schließung einer Grundschule bringt unter dem Strich für die Kommune nicht die finanzielle Entlastung die vordergründig gesehen wird. Sie ist auch mit erheblichen Kosten verbunden und der Ort kann sich langfristig nicht mehr entwickeln. Daher wollen wir, die drei Fraktionen im Rat der Gemeinde Odenthal den Standort Neschen erhalten und werden in einem zweiten Schritt eine tragfähige Lösung entwickeln wie die Schule auf Dauer betrieben werden kann.