Wahlkreisvertreter der CDU Odenthal stellen sich vor:Wahlkreis 11: Gabi Wensierski Frau Wensierski, macht Ihnen Politik Spaß ? Die Frage müssen Sie einem Politiker stellen, ich bin Bürgerin von Odenthal und das Wort ‚Bürger‘ ist für mich immer noch ein Ehrentitel. Ich sehe meine ehrenamtliche Arbeit als sinnvoll an und ich finde es wichtig, dass sich Bürger engagieren. |
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Ich bin im Wahlkreis 11 (Blecher-Holz-Erberich) für die CDU in einer damals nicht leichten Situation angetreten. Das Wort Wahlkreis klingt aber fast so, als kreise alles nur um die Wahl, die man gewinnen will. Tatsächlich muss ich ein Stück Vertrauen von Bürgerinnen und Bürgern gewinnen, ich muss also vor allem auch persönlich überzeugen und glaubwürdig sein. Ich vertrete also nicht nur Interessen von Wählern im Wahlkreis 11, sondern auch die Ansprüche, die andere an mich stellen.
Warum treten Sie für die CDU an ?
Erst kommt meine Überzeugung, dann kommt die Partei. Aber ich kann mit der Reihenfolge gut leben, denn es kommt auf den konkreten Menschen an, das ist auch eine Grundüberzeugung der CDU. Der Einzelne ist mitverantwortlich für sein Schicksal, diese Verantwortung ist Teil seiner Würde. Ein heute weit verbreitetes Verständnis, wonach der Einzelne Opfer gesellschaftlicher Verhältnisse ist, finde ich problematisch. Und ich nenne das Christliche, das uns davor bewahrt, Helden sein zu müssen und schließlich die Familie, die heute zum Glück freier verstanden wird und zugleich immer wieder gefährdet ist.
Man hat den Eindruck, dass Sie sich in Ihrem Wahlkreis gerne engagieren. Sie müssen die Wähler ganz konkret kennenlernen. Was mir hier hilft, sind die Gespräche am Zaun, an der Haustüre, in den Geschäften. Wer kennt denn heute noch denjenigen, der ihn im Rat vertritt? Zu schnelles Fahren auf der Bergstraße, die Situation in den verkehrsberuhigten Straßen, fehlende Straßenschilder, die Kostenumlagen bei Straßenbau und Sanierung, aber auch die Unterstützung einer Initiative zur Errichtung eines Wegekreuzes am Erbericher Kirchweg oder die Kindergarten- und Schulsituation, das sind Fragen, auf die ich angesprochen werde.
Wichtig sind die Bürgergespräche, die von mehreren Wahlkreisvertretern der CDU regelmäßig angeboten werden.
Ich persönlich gehe darüber hinaus mit großer Freude zu Geburtstagen von insbesondere älteren Menschen in meinem Wahlkreis. Die geradezu familiäre Situation bildet einen persönlichen Rahmen für Gespräche über das, was Menschen hier wirklich im besten Sinne ‚bewegt‘.
Dies gilt auch für meine Mitarbeit im Verein der „Holzköppe“ während der Erbericher Reibekuchen-Kirmes.
Das Thema ‚Erbericher Kirchweg‘ hat die Gemüter in der Vergangenheit stark bewegt…
Das war vor meiner Zeit und das hat mir den Einstieg sicherlich nicht erleichtert. Ich selbst gehe hier mehrmals die Woche. Sehen Sie den herrlichen Himmel, die Felder, die Horizonte mit dem Wald – so schön kann Odenthal sein und so soll es auch bleiben. Mit mir gibt es keine unnötige Verbauung dieser Landschaft.
Hilft Ihnen auch Ihre lange berufliche Erfahrung als Lehrerin?
Drei Dinge: Man muss Menschen ausreden lassen, man muss zuhören können und man darf nicht belehren wollen, eigentlich eher untypische Eigenschaften für meinen Beruf, die aber unbedingt wichtig sind. Und hinzu kommt: ich bin Lehrerin an einer städtischen Kölner Gesamtschule mit dem höchsten Anteil an Schülern mit nichtdeutscher Herkunft. Ich arbeite da mit Herz und Verstand. Vor allem aber weiß ich etwas über soziale Probleme und den Mut, den es braucht, seine Situation in die Hand zu nehmen, zu ermutigen. Auch diese Menschen können ihr Leben gestalten, wir geben Ihnen mit Schule und Erziehung eine große Chance, das ist meine Erfahrung. Wenn es um ‚Soziales‘ geht, lasse ich mich auch mit politisch Andersdenkenden gerne auf eine Diskussion ein!
Sagen Sie uns ein Wort zur Arbeit im Gemeinderat!
Ich arbeite im Ausschuss Schule und Soziales und im Haupt- und Finanzausschuss mit, da sprechen wir über viele Bereiche, die für unsere Gemeinde von großer Bedeutung sind –Schule, Jugend, Jugendtreffpunkte, Finanzen und viele Themen mehr. Für die Sitzungen des Gemeinderats wünsche ich mir häufiger einen angenehmeren und sachlicheren Umgangston einiger Vertreter anderer Fraktionen.
Frau Wensierski, Danke für das Gespräch.
